Wie funktioniert die Ozontherapie?

Durchschlagende Wirkung gegen Karies & Co. – die Ozontherapie verspricht eine sichere und zuverlässige Behandlung von Zahnfäule und anderen Zahnproblemen. Aber wie genau soll das funktionieren? Und ist es auch sicher? Was ist Ozon eigentlich und welche Rolle spielt es in der Umwelt? Diese und weitere Fragen beantwortet das Team von Doctor POLAT in diesem Blogbeitrag.

Was ist eigentlich Ozon – und war da nicht schon früher etwas mit Löchern?

Bei dem Stichwort „Ozon“ denken die meisten vermutlich eher an das Ozonloch als an Karieslöcher im Zahn. Denn das Gas erfüllt in unserer Atmosphäre eine ungeheuer wichtige Aufgabe: Es schützt uns, indem es gefährliche UV-Strahlung absorbiert. Durch Chemikalien wie etwa FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) wurde diese Schutzschicht im 20. Jahrhundert stark geschwächt, erholt sich mittlerweile allerdings wieder.

Ozon besteht – im Gegensatz zum zweiatomigen Sauerstoff, den wir zum Atmen benötigen – aus drei Sauerstoffatomen. Es ist in niedriger Konzentration farblos, in hoher Konzentration tiefblau. Charakteristisch ist vor allem sein stechender Geruch. Es kann Schläfenkopfschmerz verursachen und reizt aufgrund seiner stark oxidierenden Wirkung die Atemwege. Da es unter anderem allerdings auch Bakterien, Viren und Pilze effektiv abtötet, wird praktisch seit seiner Entdeckung auch mit verschiedenen Formen der Ozontherapie experimentiert.

    Moderne Ozontherapie in der Zahnheilkunde – sichere Anwendung, effektive Wirkung

    Die Ozontherapie hat in der Vergangenheit einige seltsame Blüten getrieben, deren Wirkung mindestens umstritten ist und die teilweise riskant waren – von „rektaler Begasung“ bis hin zum direkten Einspritzen von Ozon in die Beinschlagader. Seit einiger Zeit gibt es allerdings ein Verfahren, welches auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen fusst und ein Gamechanger sein kann: die Ozontherapie zur Bekämpfung von bakteriell oder viral bedingten Krankheiten im Mundraum.

    Dabei wird Ozon meist in einem speziellen Gerät direkt während der Behandlung erzeugt (das Gas lässt sich aufgrund seiner Reaktivität und Instabilität nicht speichern) und zielgerichtet auf den betroffenen Bereich geleitet. Ein Silikonaufsatz sorgt dafür, dass das Gas auch wirklich nur dorthin gelangt und nicht in den Mundraum entweicht. Innerhalb weniger Minuten werden so bis zu 99,9 Prozent der Keime abgetötet.

      Wo die Ozontherapie ihre Wirkung am besten entfalten kann

      Diese Art der Desinfektion können wir in unserer Zürcher Praxis etwa nutzen, um Karies im Anfangsstadium zu bekämpfen. Denn bevor die gefürchteten Löcher entstehen, wird der Zahnschmelz durch die Stoffwechselprodukte der Kariesbakterien zunächst entmineralisiert und geschwächt. Mit einer Ozonbehandlung können die verantwortlichen Keime zuverlässig vernichtet und der Zahnschmelz anschliessend remineralisiert werden. Aber auch bei fortgeschrittener Karies kann Ozon die Behandlung unterstützen, auch wenn am Bohrer leider kein Weg vorbeiführt.

      Weitere typische Einsatzgebiete für die keimtötende Wirkung der Ozontherapie:

      • Hautentzündungen am und im Mund (Aphten, Herpes etc.)
      • Zahnfleischentzündungen
      • Parodontitis
      • Periimplantitis
      • Desinfektion bei chirurgischen Eingriffen (z. B. Implantate)

      Der Hauptvorteil gegenüber herkömmlichen Desinfektionsmethoden liegt in der guten Verträglichkeit. Da Ozon nur aus Sauerstoff besteht und während der Behandlung in diesen zerfällt, gibt es bei korrekter Anwendung keine Nebenwirkungen, Allergien oder Ähnliches. Auch kann die Ozontherapie in vielen Fällen helfen, die Gabe von Antibiotika zu verhindern oder zumindest zu verringern.

      Sie haben noch Fragen zum Thema Ozontherapie oder möchten diese Methode bei Ihrer anstehenden Behandlung gerne ausprobieren? Wir helfen Ihnen gerne weiter! Get in touch!